Dezembertage

 

Und plötzlich, wie über Nacht, ist das Jahr vorbei. Nur ein paar wenige Tage liegen noch vor uns. Wie gerne würde ich manchmal im Dezember Berlin anhalten. Da wo die Tage am dunkelsten sind – sind die Anforderungen und Erwartungen am wildesten. Da wo sich das Herz nach Innehalten und Augen zu sehnt, galoppiert man immer weiter, als wenn das Leben ein irrer Wettlauf wäre. Ich finde für dieses Jahr ist es genug. Unser Umzug kann warten und alles andere auch. Alles ist gut wie es ist.

Dinge die mir in Erinnerung bleiben und mich zur Ruhe bringen.

Jeden Tag eine bunte Kerze im Atelier anzünden, denn schon ein Licht reicht aus um die Dunkelheit zu erhellen.

Ein Spaziergang in der Wuhlheide, wenn der WinterHimmel weit wird, wird es meist auch mein Herz.

Die guten Worte meiner Freundin Maria und ihr Stille Post Kalender, weil sie weiß wie voll meine Tage mit drei Kindern gerade im Dezember sind.

Die dunklen Lebkuchenherzen mit Krokant (von Butter Lindner). Ein Stück Liebe für die Liebsten und auch für mein eigenes Herz.

Morgens, wenn ich fast im Schlaf Tee koche und nur Mützen, Strümpfe und Schals reiche, reicht sie mir ihren BilderKalender – nur für mich gemalt. Niemals würde sie das vergessen, als warte sie die ganze Nacht nur auf diesen einen Moment. An dem Tag meines Weihnachtsmarktes hat sie eine riesengroße Sonne aufgemalt, als Glücksbringer. Und wie schön und sonnenhell es dann wirklich mit Euch war. Tausendmal Danke an Euch!

Vor allem an Birke, wie gut alles Hand in Hand ging, dabei kennen wir uns erst seit ein paar Wochen. Natürlich wollen wir das wiederholen. Vielleicht schon im Frühling? Unbedingt!

Die Frau, die an diesem Tag in meinen Laden kommt (Sie erzählt mir, dass sie gerade erst aus Holland nach Berlin gezogen ist). Ihre Tochter darf von allen WeihnachtsPuppen eine aussuchen. Und wie das Mädchen in Sekundenschnelle weiß, welche Puppe zu ihr gehört. Ich schicke sie natürlich an den Weihnachtsmann weiter.

Der Teller mit Plätzchen, den meine Mutter mir bei all‘ dem Trubel ins Atelier stellt. Mit Schokomakronen und Kindheitsplätzchen.

Die vielen Nachrichten zwischen Frankfurt und Berlin. Wie ein kleiner Gruß, ein liebes Wort, ein Bild manchmal den ganzen Tag froh machen.

Nachmittags Orangen in Scheiben schneiden, wie kleine Sonnen in der Dunkelheit.

Man kann Schokolade in Formen gießen oder das neue Album von Lambert auf dem Plattenspieler hören, bis eine Seite um ist. Dabei nur mal kurz die Augen schließen.

Mit meiner Tochter kein einziges Weihnachtsbuch gelesen, weil wir so in dieses Buch verliebt sind. Und jede winzige freie Minute lesen, lesen lesen, um Wadjda zu beschwärmen und aus der Ferne anzufeuern. Ein zehnjähriges Mädchen, das im Riad in SaudiArabien lebt und sich nichts sehnlicher wünscht als ein grünes Fahrrad. Radfahren ist eines der vielen Dinge welches Mädchen und Frauen untersagt wird. Doch Wadjda kämpft mit Löwenmut, Klugheit und jugendlicher Freude gegen all‘ das Unmögliche. Für mehr Lebendigkeit und Freiheit. Und die Verbundenheit zu ihrem Freund Abdullah. Ach Wadjda, wir sind so gespannt, wie es in Deinem Leben weiter geht.

Und nochmal „Was man von hieraus sehen kann„von Marianna Leky gelesen. Weil dieses Buch alles erzählt – über das Leben und unser Miteinander.

Die wolkenweichen Stirnbänder meiner Freundin Birke. Auch weil sie mich mit ihrer Zartheit daran erinnern, das man dem Leben mit Leichtigkeit begegnen kann. (Ich übe weiter.)  Noch gibt es in meinem Atelier ein paar. Ich verschicke sie wieder im neuen Jahr.

Nachmittags einen Dominostein neben dem Nächsten anordnen. Auch das kann Meditation sein. Und wie ruhig es plötzlich bei uns im Hause ist.

Den ganzen Dezember nicht beim Pilates gewesen. Immer einer krank. So schade! Dafür ein wenig mehr meinem Herz zugehört.

Das Licht an meinem Schaufenster. Das kann nur er.

Mit den Jungs „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ gesehen. So ein guter Film. Eine Ode ans Leben.

Dabei Marzipanbrot in feine Streifen schneiden und genießen.

Die vielen Weihnachtsbilder meiner Tochter. Und wieder ein Weihnachtsmädchen dabei.

Dieses Weihnachtsgeschenk von AnnenMayKantereit und den Parcels. Ich werde es bestimmt nicht so schnell aus dem Kopf bekommen. Unglaublich gut. (Papa George Harrison spielt auch mit.)

Warten auf Schnee.

Es sind immer die kleinen Dinge mit denen Weihnachten beginnt. Ein Licht,

ein Lächeln, eine Hand, ein Wort ein Lied….

Danke, das ihr mich hier immer wieder besuchen kommt!

Eure Julia