Was war los mit dem Mai und Hallo Juni

Irgendwie fehlte dem Mai Sonne und Leichtigkeit. Leider auch den Tagen im Atelier. Und dazu das ganze Drumherum. Weiterhin ewige Verzögerungen auf unserer Dauerbaustelle Hausumbau. Drei Kinder, die schneller wachsen als ich Schuhe und Unterhosen kaufen kann. Ich hätte ihn gerne vorgespult, diesen Mai oder mich weit weg nach Tinos gewünscht. Nur für eine Woche, einen Tag, ein paar Stunden. Dann als ich mich langsam mit dem Monat eingegroovt habe (gute Musik hilft oder Bilder malen), sprintet er davon. Nun ist schon Juni und mit ihm der Sommer in Berlin. Endlich. Wie leichtfüßig es sich läuft in Sandalen und gelbem Lieblingsrock. Dazu Erdbeeren und auch die Aussicht auf endlosblaue Ferien.

Was mir immer gut tut:

Wenn mein Kopf gedankenvoll ist und ich nicht weiß wohin mit mir, gehe ich gerne spazieren. Egal wo ich bin, suche ich dann das Schöne (eine Blume, eine Hausfarbe, ein Wort, ein Schaufenster). Ein Spiel das ich schon als kleines Mädchen endlos gern gespielt habe.

Die Wäscheklammern, die mein Sohn beim Wäsche aufhängen der Farbe nach aufgefädelt hat. Sekundenglück. Und auch die Freude, wie viel ich in ihm steckt.

Kirschblüten auf asphaltgrauen Strassen.

Ein zerbrochener Spiegel am Boden.

Abendbrote mit handgepflückten Wiesensträußen. Meine Tochter liebt es genau wie ich – Freude verschenken. Akeleien ganz zart in rosé und flieder, dazwischen Maiglöckchen.

Trenchcoatwetter.

Spargel mit Butter, Kartoffeln und einem Meer aus Kräutern (am liebsten wie bei den SpreewaldGroßeltern mit Fenchel, Minze, Schnittlauch, Majoran und Petersilie).

Spontan mit Freunden an der Spree sitzen und die beste Pizza der Stadt essen. ZOLA  – Nalepastraße 18, 12459 Berlin

Ein Telefonat mit Linda vom glanzvollem Honigbaum. Sie möchte eine Puppe bestellen, ich gerne einen Ring mit ihr schmieden. Doch dann plauschen wir lieber über das Wirrwarr – das Leben  mit drei Kindern. Wie kein Tag planbar ist und einem oft mal die Puste ausgeht mit Laden und Gepäck. Danach scheint die Sonne in meinem Atelier.

Mit meinem Mittleren Moonrise Kingdom gesehen. Was für ein schöner Film.

Spontan Richtfest gefeiert, wenn jetzt noch die Fenster pünktlich kommen. Ich wünsche es mir so sehr.

Mein Großer ist nun 15 –  warum geht das so schnell?

Montage sollte man mit besten Freundinnen telefonieren oder mit seiner Schwester spontan ins Kino gehen. Die Dokumentation über Peter Lindberg „Woman Stories“ hat uns beide sehr berührt.

Sonntagnachmittage Wäsche zusammenlegen. Dazu Radio Eins und ein tolles Interview mit Axel Milberg. Und wie ich mich freue auf seinen ersten Roman. Wie schön, das die Ferien schon vorfreudig winken.

Der Tanzauftritt meiner Tochter. Als wenn ich mich selbst nochmal als Kind sehen kann.

Dieses Buch auf meinem Nachttisch. Ich freue mich den ganzen Tag, Abends in diese Geschichte einzutauchen.

Aldous Harding klingt so wie der Mai – melancholisch schön.

Tout est possible.

Eure Julia