ostseeblau

Der Februar war zart und ostseeblau. Die Zeit verstreicht scheinbar unbemerkt, so dass wir schon in der Mitte vom März laufen. Der Februar begann mit einem bunten Sonntagsgeburtstag und neun Kerzen. Hoch soll sie Leben unser Sonnenmädchen! Und dann bin ich allein für eine Woche an die Ostsee gereist. Um mich um mein eigenes Herz zu kümmern. Um Auszuschlafen, ein Stapel Bücher zu lesen. Um Ein- und Auszuatmen. Um die Schönheit und Weite des Meeres zu bewundern, das bei jedem Wetter glänzt und blau ist wie die Ewigkeit. Lang war mein Herz nicht so umarmt.

Zurück in Berlin kam wieder alles gleichzeitig, kranke Kinder, viel Alltag (der ja einfach nur mal Pause gemacht hat und unverändert daliegt) und viele Ideen und Weltwichtigkeiten, für die die Tage im Februar oft nicht reichen.

Was ich trotzdem am Februar (und März) mag

Die Riesenvorfreude, das morgen wirklich der Winter vorbei ist.

Goldene Ostersterne, wenn am Himmel zu wenig Licht leuchtet.

Der Gedanke bald im Frühlingsmantel spazieren zu gehen. In diesem wäre jeder Tag hellrosaverliebt.

Mit ihm auf der Baustelle stehen und genau den Platz sehen, wo wir Frühstücken werden. Mit Blick auf Rosenbüsche und einer Tasse Sonnentee in der Hand.

Wenn meine Söhne Focaccia backen und das Abendbrot nicht enden darf.

Die ersten Schneeglöckchen und jeden Tag ein Stück mehr Frühling.

Barfuss am Meer laufen.

Im Kino Babylon gibt es gerade für vier Wochen die besten 30 Tanzfilme. Ich wünschte, ich könnte einfach im Sessel sitzen bleiben und einen Film nach dem anderen schauen. Gestern habe ich endlich „MR. GAGA“ gesehen. Über Ohad Naharin, einen israelischen, herausragenden Tänzer und Choreographen. Unfassbar gut! Dieses Tanzen, von dem man nicht genug bekommt. Das einen alles vergessen lässt – Anmut, Beweglichkeit, Leidenschaft, Liebe, Leben, zerbrechlich, fein, Freude, Kraft, frei sein, leichtfüßig, Sehnsucht, ganz hier und jetzt, Schönheit, Farbe, Energie oder wie die coole ältere Dame nach dem Film zu mir sagte: „Das war mal wieder eine Wucht in Tüten“ – genau so war es! Bitte unbedingt anschauen oder Tanzen gehen.

Ich möchte mir noch „Pina – tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren“ + auch gerne „Fame“ zum hundertsten Mal anschauen.

Das ich ganz spontan einen Platz zum Yoga an der Ostsee bekommen habe. Ein Wink des Universums. Und auch da alleine hingefahren bin. Dort habe ich erst gespürt wie gerne ich umgeben bin von tollen Frauen. Und erst das herzstärkende Yoga von Ruth und Daniela. Einmalig! Dort möchte man immerzu sein. Wenigstens im Winter.

Der geschenkten Frauentag in Berlin. Spontan mit ein paar Frauen zusammen gekocht und Kleider getauscht. Lange nicht soviel gelacht wie bei dem Anprobieren von Sachen, die man niemals probiert hätte, großartig.

Mein Atelier umgeräumt und endlich die Teppiche aus Tinos an die Wand gebracht.

Viel zu wenig Puppen genäht –  dafür viel mehr Kleider (die bald kommen und auch eine kleine Hand voll Puppen). Der Frühling ist ja bald da.

Einen verregneten Samstag lang mit meinen Kindern unzählige Kraniche gefaltet.

Abends dann „Lotte am Bauhaus“ gesehen. Wunderschön (bestimmt gibt es ihn noch in der Mediathek).

Tanzen am Morgen.

(Tanzt gut in der Frühling!)